Die Aufbereitung des Frontends der Datenbank Deutsch-Französische Kunstvermittlung (2021-2022)

Zum Prototyp

Der Prototyp ist ein Zwischenergebnis der Arbeit im Projekt zur Datenkuration. Er dient der Planung zur Neugestaltung des Frontends der Datenbank »Deutsch-Französische Kunstvermittlung«, die in der bisherigen Form weiter produktiv läuft. Der Fokus des Prototyps liegt auf der Usability der Suche in der Datenbank und der Integration neuer Funktionen, mit denen die über die Anreicherung der Daten dazugewonnen Informationen integriert werden. Dies betrifft insbesondere die Verlinkung mit Digitalisaten der in der Datenbank beschriebenen Quellen. Der Prototyp wurde mit der Open-Source-Lösung Penpot erstellt.

Nach Aufrufen des Prototyps (https://t1p.de/ewc6x) gelangen Sie auf die Startseite. Penpot bietet über einen Menüpunkt oben links im Fenster die Möglichkeit, sich alle Bereiche anzeigen zu lassen, die mit Links hinterlegt sind, und damit das zukünftige Navigieren simulieren (»Interactions« > »Show interactions«).

Zur Umsetzung und Preview

Seit Januar 2022 setzt die Firma wendig.io in einem agilen Verfahren den Prototyp um. Die technische Umsetzung wird dabei nach dem Vorbild des Recherchetools für das Projekt OwnRealityJedem seine Wirklichkeit als WebApp umgesetzt. Sie wird  in das Content-Management-System (CMS) der Webseite des DFK eingebettet. Diese modulare Konzeption trägt zur Nachhaltigkeit bei, da nur geringfügige Abhängigkeiten bestehen: Ein Wechsel des CMS ist also jederzeit ohne größere Arbeiten an dem Tool möglich. Über den Butto "Preview" kann die Beta-Version der Webseite als Preview außerhalb der CMS-Umgebung angesehen werden.

Ein Screenshot gibt eine erste Vorstellung vom zukünftigen Aussehen nach der Einbettung in die Webseite.

Ein Screenshot gibt eine erste Vorstellung vom zukünftigen Aussehen nach der Einbettung in die Webseite.

Sie sehen Fehler, haben Anmerkungen oder können zur Verbesserung der Daten beitragen? Bitte treten Sie mit uns in Kontakt: aklammt@dfk-paris.org.

 

Zur Neugestaltung des Frontends im Gesamtkontext der Arbeiten an der Datenbank Deutsch-Franzöischen Kunstvermittlung

Die Datenbank Deutsch-Französische Kunstvermittlung 1870–1940 und 1945–1960 ist mit rund 6.800 Einträgen eine ausgewählte und kommentierte Bibliographie von kunstkritischen Beiträgen im deutsch-französischen Wechselverhältnis. Jeder Eintrag verweist auf einen Text in einer deutschen oder französischen Tageszeitung bzw. Kunstzeitschrift (vereinzelt auch Buch), der sich mit der Kunst des jeweils anderen Landes befasst. Dabei reichen die Inhalte von Ausstellungsbesprechungen bis hin zu Gedichten und behandeln neben der Malerei auch Skulptur, Architektur, Kunsthandwerk und Graphik. Der Zeitraum umfasst die politisch spannungsreichen und künstlerisch von divergierenden Stilentwicklungen und Distinktionsprozessen geprägten Jahre der »Moderne« zwischen der deutschen Reichsgründung, dem Ersten und Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit.

Auf der Webseite des DFK Paris führt die Datenbank drei ältere Datensammlungen zusammen. Diese sind aus Teilprojekten rund um die Frage nach transnationalen künstlerischen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland hervorgegangen, die ihren Ausgangspunkt 1999 in einer Forschungsinitiative von Thomas W. Gaehtgens, Uwe Fleckner und Martin Schieder fanden. Darauf bauen zudem mehrere Bände der Buchreihe Passages auf. Als Hilfsmittel zur Materialaufnahme waren die Teilprojekt-Datenbanken ursprünglich nicht zur Veröffentlichung bestimmt und sind daher beispielsweise in ihrer Verschlagwortung wenig systematisch.

Das aktuelle Projekt macht es sich zur Aufgabe, die Datenbank benutzerfreundlich aufzubereiten und technisch zu ergänzen. In einer ersten Etappe werden die bibliographischen Daten mit den Zeitschriftenbeiträgen selbst sowie genannte Personen mit Normdaten angereichert. Dazu hat sich eine Kooperation mit der Universitätsbibliothek Heidelberg ergeben, die historische Kunstzeitungen online über eine iiif-Presentation API zur Verfügung stellt. Zukünftig sollen diese Digitalisate direkt in die Webseite der Datenbank eingebunden werden. Die Benutzeroberfläche und Filterfunktionen werden zudem die ursprüngliche Projektzugehörigkeit nachvollziehbar machen und die systematische Suche nach Zeitschriften, Personen oder besprochenen Ausstellungen ermöglichen. In einer zweiten Etappe sollen die Daten über eine Schnittstelle für Verfahren wie Text Mining bereitgestellt werden.

Die Datenbank Deutsch-Französische Kunstvermittlung wird in ihrem neuen Gewand vielfältige Ansatzpunkte bieten: Neben einer strategischen Suche nach Zeitschrifteninhalten, die in Beziehung zur deutsch-französischen Kunstkritik stehen, können Abwägungen in Konzeption und Aufbau der Datensammlung nachvollzogen werden und so ein Stück jüngste Wissenschaftsgeschichte offenbaren. Vor allem vermag die Datenbank, zur Neubetrachtung bisheriger Forschungen oder zu neuen Fragen zu inspirieren: Wie zum Beispiel blickte man im deutschen Kaiserreich auf französische Historiengemälde? Wie bewertete man umgekehrt den deutschen Expressionismus im Weltkunstzentrum Paris?

(Text: Klara Niemann)

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