Leitlinien, Forschungsdaten und -software

Leitlinien, Forschungsdaten und -software

Das DFK Paris sieht als Forschungsdaten alle digitalen Daten an, die für ein Forschungsvorhaben erhoben, verwendet, verarbeitet und analysiert werden. Entsprechend sind mit Forschungsdaten nicht allein solche Daten gemeint, die unmittelbar zur Präsentation der Ergebnisse in einer Publikation veröffentlicht werden, sondern auch vorbereitende Materialsammlungen, Messdaten und Zwischenergebnisse. Alle diese Daten können den Forschungsprozess nachvollziehbar machen und zudem Grundlage für weitere Forschungen sein.

Die fortschreitende Entwicklung neuer Methoden zur Untersuchung von Bild-, Text- und 3D-Daten erfordert oftmals die Programmierung spezifischer Software. Ebenso müssen für die digitale Präsentation der Ergebnisse Werkzeuge geschaffen werden. Dies kann ganze Softwarepakete z. B. zur Verwaltung von Bilddatenbanken umfassen oder auch nur einzelne Anpassungen und Änderungen in vorhandenen Programmen. Damit diese Software jederzeit genutzt und weiterentwickelt werden kann, stellt das DFK Paris seine Softareentwicklungen unter freien Lizenzen zur Verfügung.

Umgang mit Forschungsdaten (Auszug Leitlinien)

In der kunstgeschichtlichen Forschung ist die Gesamtheit der Forschungsdaten zum einen in digitale Repräsentationen von Kulturgut, zum anderen in prozessurale Daten zu untergliedern.
Mit digitalen Repräsentationen von Kulturgut sind alle digitalisierten Objekte der kunsthistorischen Forschung zu verstehen. Vielfach sind dies 2D-Bilddaten von Kunstwerken, aber auch dokumentarische Fotografien, Aufrisszeichnungen und Digitalisate von Archivmaterialien. Der Umgang mit digitalisiertem Kulturgut und Archivmaterialien stellt besondere Ansprüche rechtlicher und auch ethischer Art. Jede Verwendung, Speicherung und Öffnung für die freie Nutzung von Bilddaten setzt eine Prüfung etwaiger Nutzungs- und Urheberrechte wie auch des Vorhandenseins personenbezogener Daten voraus.

Das DFK Paris unterstützt Wissenschaftler/innen, die im Rahmen einer Beschäftigung am DFK Paris, eines Stipendiums, eines Gastaufenthalts oder in einer Kooperation mit dem DFK Paris forschen, bei der Veröffentlichung ihrer Forschungsdaten nach den FAIR-Prinzipien.

Folgende unterstützende Maßnahmen bietet das DFK Paris dafür an:

  • Beratung zur Entwicklung und Fortschreibung eines Datenmanagementplans
  • Beratung und Unterstützung zur inhaltlichen Beschreibung der Forschungsdaten mit Metadaten und Anreicherung der Daten und Metadaten mit Normdaten und relevanten Thesauri
  • Beratung und Unterstützung bei der Lizenzierung der Daten (dies beinhaltet nicht die Klärung von Nutzungs- und Urheberrechten)
  • Nachweis von Forschungsdaten über die Webseite des DFK Paris – sofern sie im beschriebenen Zusammenhang entstanden sind und entlang der FAIR-Prinzipien veröffentlicht wurden
  • Nachweis der veröffentlichten Forschungsdaten im gemeinsamen Bibliothekskatalog der deutschen universitätsunabhängigen kunsthistorischen Forschungsinstitute kubikat (dieses Angebot befindet sich in Vorbereitung)
  • in Zusammenarbeit mit dem Fachinformationsdienst arthistoricum.net@heiDATA die Möglichkeit zur Überführung publikationsbezogener Daten in das Forschungsdatenrepositorium der UB Heidelberg
  • Beratung zum Finden weiterer thematisch geeigneter Repositorien in Deutschland und im Gastland

Umgang mit Software (Auszug Leitlinien)

Forschungssoftware ist ein elementarer Bestandteil der Forschungspraxis. Neben generischer Software, wie Programmen zur Textverarbeitung, zum Bibliografieren und für die Bildbearbeitung, werden in der kunsthistorischen Forschung im steigenden Masse spezielle Programme zum Einsatz gebracht, mit denen Daten erhoben, bearbeitet und analysiert werden. Sie setzen fallweise jeweils eine spezifische Modellierung der Untersuchung voraus und greifen somit tief in die Forschung ein. Für die Reproduzierbarkeit der Forschung ist es notwendig, dass die Forschungssoftware äquivalent zu den Forschungsdaten dokumentiert und frei zugänglich gemacht wird. Dafür ist neben der ausschließlichen Opensource-Entwicklung die Dokumentation und Beachtung von Standards und Konventionen des Research-Software-Engineering zu beachten. Die langfristige Verfügbarkeit des Programmcodes ist dabei eine Herausforderung, die in den Wissenschaften insgesamt noch nicht gemeistert wurde.

Das DFK Paris unterstützt Wissenschaftler/innen, die im Rahmen ihrer Beschäftigung am DFK Paris, eines Stipendiums, eines Gastaufenthalts oder in einer Kooperation mit dem DFK Paris Software entwickelt haben, bei der Veröffentlichung und der Sichtbarmachung der Software.

Folgende unterstützende Maßnahmen bietet das DFK Paris dafür an:

  • Beratung zum Finden thematisch geeigneter Software-Repositorien in Deutschland und im Gastland
  • Beratung und Unterstützung zur inhaltlichen Beschreibung der Software mit Metadaten und zur Lizenzierung (dies beinhaltet nicht die Klärung von Nutzungs- und Urheberrechten)
  • Nachweis von Forschungssoftware über die Webseite des DFK Paris – sofern sie im beschriebenen Zusammenhang entstanden ist und entlang der FAIR-Prinzipien veröffentlicht wurde

arthistoricum.net@heiDATA

Der Fachinformationsdienst arthistoricum.net bietet im Kontext seiner E-Publishing-Angebote mit arthistoricum.net@heiDATA ein Forschungsdatenrepositorium für die Kunstgeschichte an, das vom Kompetenzzentrum Forschungsdaten an der Universität Heidelberg betrieben wird. Forschungsdaten, die am oder in Kooperation mit dem DFK Paris erzeugt wurden und in arthistoricum.net@heiDATA gesichert werden, sind in einem eigenen Bereich, dem Dataverse des DFK Paris, zusammengefasst und recherchierbar.

GitHub

Seit 2016 entwickelt das DFK Paris Anwendungen und Werkzeuge transparent und offen. Der Quellcode wird über ein öffentliches GitHub-Repositorium veröffentlicht, indem auch Forschungsdaten so abgelegt wurden, wie sie für die Anwendung verwendet wird. Der GitHub-Account ist ein Angebot insbesondere an die Community der Research-Software Engineers.
GitHub Repositorium des DFK Paris.

TextGRID

Das TextGrid Repository ist ein Langzeitarchiv für geisteswissenschaftliche Forschungsdaten mit einem Schwerpunkt auf XML/TEI-kodierten Texten. Die im Rahmen des Forschungsprojekts ARCHITRAVE – Kunst und Architektur in Paris und Versailles im Spiegel deutscher Reiseberichte des Barock edierten Textquellen sind im TextGRID Repository publiziert und stehen zur weiteren Nutzung zur Verfügung.

Kontakt
Dr. Anne Klammt

Dr. Anne Klammt

Forschungsleiterin / Verantwortlich für Digital Humanities
Telefon +33 (0)1 42 60 89 50