Herausgabe der Conférences de l’Académie royale de Peinture et de Sculpture

Herausgabe der Conférences de l’Académie royale de Peinture et de Sculpture

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Les Conférences de l’Académie royale de Peinture et de Sculpture, 1648-1793

Hg. von Jacqueline Lichtenstein und Christian Michel, Paris: Beaux-Arts de Paris éditions, 2007-2015, Tomus I-VI, 12 Bde.

 

Das Forschungs- und Editionsprojekt am Deutschen Forum für Kunstgeschichte Paris

Das 2002 begonnene Forschungsprojekt widmete sich dem Gesamtkorpus der an der 1648 gegründeten und 1793 geschlossenen Pariser Académie royale de Peinture et de Sculpture gehaltenen Vorträge, die unter dem Titel Conférences in die Kunstgeschichtsschreibung eingegangen sind. Die Vorträge waren Ausgangspunkt von Diskussionen zu kunsttheoretischen und –praktischen Fragen, die mitunter mit großer Heftigkeit geführt wurden. Die Mehrzahl der erhaltenen Manuskripte befindet sich im Fonds der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Paris sowie einiger französischer Universitätsbibliotheken vornehmlich in Paris.

Aufgabe der Projektes war die Identifikation aller in den Sitzungsprotokollen der Akademie, den Procès verbaux, genannten knapp 400 Conférences, im Falle von Varianten oder verlorenen Manuskripten die Rekonstruktion ihrer Urtexte sowie die Transkription der Texte samt philologischer und wissenschaftlicher Annotation. Ferner wurde zu jedem Quellentext ein historischer und kunstwissenschaftlicher Kontext erarbeitet. Die Edition gibt der Forschung damit erstmalig einen vollständigen Überblick über die kunsttheoretischen und -praktischen Debatten an der Pariser Akademie, die für die Kunstzentren Europas im 17. und 18. Jahrhundert prägend war.

Die im Verlag Beaux-Arts de Paris éditions der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Paris erschienene Ausgabe wurde durch die Académie des Beaux-Arts de l’Institut de France gefördert. Die nach der Amtszeit der Sekretäre der Akademie und der Directeurs des Bâtiments du Roi in sechs Tomi und zwölf Bände gegliederte kritische Edition leitet die Vorträge durch einen kommentierenden Text ein, der sie in die Geschichte der Akademie und die kunsttheoretische Debatte der Zeit einbettet. Jede Conférence wird mit einem editorischen Apparat eingeführt, der den Quellentext und seinen Kontext nach folgenden Kriterien beschreibt: erhaltene Manuskripte und deren Varianten bzw. dritte Quellen zur Rekonstruktion des Urtextes, Identifikation nach den Procès verbaux der Akademie, zeitgenössische und spätere Ausgaben, bibliographische Angaben, Provenienz der bezüglichen Kunstwerke, editorische Notiz zum Zustand und zur Auswahl des Ms., inhaltlicher Kommentar. Die Transkription der Quellentexte folgt weitgehend den Maßgaben der Académie Française, mit vorsichtiger und auf die Verständlichkeit zielender Modernisierung der Sprache samt Dokumentation dieser Eingriffe. Offensichtliche Fehler in Orthographie und Interpunktion wurden stillschweigend korrigiert. Umfassendere Conférences werden zum besseren Verständnis bisweilen typographisch und mit ausgezeichneten […] Zwischentiteln strukturiert. Wesentliche Varianten im Falle mehrerer Mss. werden in der Transkription in der als maßgeblich erachteten Version wiedergegeben und im philologischen Apparat in den Abweichungen dokumentiert. Originäre Anmerkungen und Randbemerkungen der Quellentexte werden in der Edition als Fußnoten in alphabetischer Zählung (a, b, c …) wiedergegeben. Inhaltliche Anmerkungen durch die Bearbeiter finden sich in den durchnumerierten Fußnoten (1, 2, 3 …) und zielen auf ein besseres Verständnis der historischen Zusammenhänge bzw. erläutern heute ungebräuchliche oder problematische Terminologien. Die philologischen Anmerkungen dokumentieren Varianten der Quellentexte, Zweifelsfälle der Transkription sowie Namensvarianten insbesondere der Künstlernamen. Sie sind als Endnoten dem jeweiligen Conférence-Text nachgestellt.

Die Kopfzeilen vermerken jeweils Autor und Titel (gerade Seiten) sowie Datum (ungerade Seiten) der Conférence. Jeder Tomus schließt mit einer Bibliographie, einer Konkordanz zur Chronologie der Conférences und einem Index der Eigennamen ab. Eine ausführliche Dokumentation der Editionsrichtlinien findet sich im Tomus I, Band 1, S. 42-62.

Das am DFK Paris durchgeführte Projekt wurde von der Gerda Henkel Stiftung Düsseldorf gefördert und mit dem Erscheinen des letzten der zwölf Bände 2015 abgeschlossen.

Leitung: Jacqueline Lichtenstein (Université Paris-Sorbonne), Christian Michel (Université de Lausanne) und Thomas W. Gaehtgens (Getty Research Institute)

Koordination: Markus A. Castor (DFK Paris)

Wissenschaftliche Mitarbeit: Bénédicte Gady, Lauren Laz, Marie-Pauline Martin, Claire Mazel, Anne Perrin-Khelissa, Laëtitia Pierre, Isabelle Tillerot, Jan Blanc, Frédéric Bussmann, Jean-Gérald Castex, Karim Haouadeg, mit Unterstützung von Françoise de La Moureyre

Kooperationspartner: Gerda Henkel Stiftung Düsseldorf, École Nationale Supérieure des Beaux-Arts de Paris