Der Fall der Bilder. Zur Ikonologie negativer Vertikalität

Der Fall der Bilder. Zur Ikonologie negativer Vertikalität

Eine Statue wird aufgestellt, ein Bauwerk errichtet. Bilder und Artefakte funktionieren als positive Setzungen, als sollten sie der Grund­konstitution des Menschen als homo erectus entsprechen und eine Art Gegenüber bilden. Dieser positiven Bestimmung räumlich-vertikaler Gerichtetheit bleibt dabei notwendig sein Gegenteil eingeschrieben: die Möglichkeit des Sturzes der Haltlosigkeit, des Falls.

Wenn der Grund der Bilder sich als Abgrund auftut – so die Ausgangs­these – werden immer auch die Bedingungen des bildnerischen Mediums selbst ausgelotet: Wo im Akt des Bildersturms schlagartig die potestas einer Statue aufflammt, der kollektive Gewaltakt mit dem Wurf des Gegners aus dem Fenster seinen Lauf nimmt, der im Krieg Gefallene ausgerechnet im Standbild seine Überhöhung finden soll, oder das Naturschauspiel des Wasserfalls zu einer Metapher sozialer Fatalität wird. Die »Ikonologie negativer Vertikalität« setzt sich mit Grenz/fällen des Bildes auseinander, um die Medien des Visuellen aus ihrem genuinen Drang nach Unten neu zu bestimmen.

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