Datenkuration am Beispiel der Datenbank Deutsch-Französische Kunstvermittlung 1871–1940 und 1945–1960

Datenkuration am Beispiel der Datenbank Deutsch-Französische Kunstvermittlung 1871–1940 und 1945–1960

Das Projekt zur Datenkuration der Datenbank Deutsch-Französische Kunstvermittlung 1871–1940 und 1945–1960 untersucht Methoden und Technologien zur Kuration von Forschungsdaten in der Digitalen Kunstgeschichte. Es ist ein Beitrag zur übergeordneten Frage der FAIRification von Daten und der Etablierung von Open Science in den Geistes- und Kulturwissenschaften.

Unter Kuration wird dabei die Anpassung an technische Standards, die stete Weiterentwicklung der Zugänglichkeit sowie schließlich die Sicherung der Daten in geeigneten Repositorien verstanden. Die Frage der Standards und der Zugänglichkeit wird dabei aus der Perspektive der spezifischen Bedarfe unterschiedlicher Nutzergruppen gedacht. Sie unterscheiden sich vornehmlich darin, wie sie mit den Daten arbeiten wollen, also, ob sie die Daten auf der Webseite des DFK Paris einsehen möchten, oder ob sie die Daten mit anderen digitalen Werkzeugen visualisieren und analysieren möchten. Werden diese spezifischen Nutzerbedarfe in den aktuellen Projekten des DFK Paris bereits angelegt, wie zum Beispiel für die digitalen Editionen im Projekt ARCHITRAVE– Kunst und Architektur in Paris und Versailles im Spiegel deutscher Reiseberichte des Barock, kann dies auf die älteren Datenbanken und Editionen nicht ohne umfassende kuratorische Arbeiten übertragen werden. Sie richten sich dabei gleichermaßen auf die Struktur und Referenzierung der Daten selbst, wie auch ihre Ausgabe über die Webseite.

Eine solche Kuration setzt die genaue Kenntnis des Forschungsfeldes voraus, für das die Daten von unmittelbarem Interesse sind und für das sie daher auffindbar und einfach nutzbar sein sollen. Zugleich muss die Kuration die historische Integrität der Daten bewahren und transparent machen. Forschungsdaten sind Ergebnis einer wissenschaftlichen Arbeit, die eine spezifische Fragestellung verfolgt hat, einen theoretischen Ansatz hatte und eine eigene methodische Vorgehensweise entwickelt hat. Wie eine klassische wissenschaftliche Veröffentlichung resultieren Forschungsdaten aus einem intellektuellen und institutionellen wie personellen Kontext. Oftmals ist dies nicht eigens dokumentiert, gerade auch, wenn die Datensammlungen zunächst wie im Falle der Datenbank Deutsch-Französische Kunstvermittlung zunächst allein als internes Arbeitsmittel begriffen wurden und ihre Veröffentlichung später erfolgte. Das Forschungsprojekt hat es sich daher zur Aufgabe gestellt, diesen Kontext fassbar zu machen über eine retrospektive Betrachtung der Entstehung der Datenbank. Es arbeitet dabei eng mit Mathilde Arnoux und dem Forschungsfeld Transkulturalität und Mobilität zusammen. Dies ist besonders interessant, weil sich das Forschungsfeld auch in Abgrenzung zu den älteren Forschungen entfaltet.

Das Forschungsprojekt dient zugleich dem Erkenntnisgewinn und der Entwicklung digitaler Kompetenzen von Kunsthistoriker/-innen, die am DFK Paris in der wissenschaftlichen Infrastruktur Digital Humanities ein Praktikum durchlaufen oder als wissenschaftliche Hilfskraft tätig werden. Sie sind umfassend in die Konzeption, vorbereitende Arbeiten sowie die Umsetzung eingebunden.

Die Zwischenergebnisse des Projekts werden im Bereich DFK digital > Prototypen und Studien vorgestellt. Informationen zur Datenbank und dem einstigen Forschungsprojekt finden Sie unter Forschung / Archiv Forschungsprojekte.

Projektbeginn
01.03.2021
Projektende
28.02.2022

Leitung

Kontakt
Dr. Anne Klammt

Dr. Anne Klammt

Forschungsleiterin / Verantwortlich für Digital Humanities
Telefon +33 (0)1 42 60 89 50

Mitarbeiter/-innen

Kontakt
Deborah Bild

Deborah Schlauch

Wissenschaftliche Hilfskraft

Wissenschaftliche Infrastrukturen

Forschungsfelder
Digitale Kunstgeschichte
Transkulturalität und Mobilität
Datenkuration