Fotografie - Paris

Fotografie – Paris

Internationales Forschungsatelier für Nachwuchswissenschaftler/-innen der Fotografiegeschichte und -theorie:

»Paris – urbaner, institutioneller und künstlerischer Ort der Fotografie«

Paris, 3.–7. Juli 2017

Deadline: 24. Februar 2017

Organisiert vom Deutschen Forum für Kunstgeschichte – DFK Paris
in Zusammenarbeit mit der Université Paris Nanterre und der Universiteit Leiden,
gefördert von der Deutsch-Französischen Hochschule, Saarbrücken

Das fünftägige Forschungsatelier diskutiert in Referaten, öffentlichen Vorträgen sowie Sammlungs- und Archivbesuchen die multiplen Verbindungen zwischen der Fotografie (oder fotografischen Bildpraktiken) und der Stadt Paris. Letztere soll verstanden werden als urbaner Raum, Mythos und soziokulturelles Handlungsgefüge, innerhalb dessen Institutionen, Künstler/-innen, Auftraggeber/-innen und Publikationsorgane interagieren.

Seit der Präsentation der Daguerreotypie vor den Mitgliedern der Akademie der Wissenschaften in Paris durch François Arago – medienhistorisch oft als Startpunkt der Fotografie betrachtet – spiegelt sich die Bedeutung der französischen Hauptstadt für die Fotografie auf verschiedensten Ebenen wider: Erstens widmet sich eine Vielzahl fotogeschichtlicher Referenzwerke und Ausstellungen sowohl den Aufnahmen dieser Metropole als auch den hier wirkenden Fotograf/-innen. Dabei arbeiteten jüngst das Musée de l’Orangerie und das Musée d’Orsay in Qui a peur des femmes photographes? die fotohistorische Bedeutung gerade weiblicher Akteure international wie lokal heraus. Zweitens wird der Stellenwert von Paris im Hinblick auf den biografischen Hintergrund einiger zentraler französischer wie nicht-französischer Akteur/-innen auf diesem Gebiet sichtbar. So kreuzten sich beispielsweise die Wege von Florence Henri, Brassaï, Gisèle Freund, Adrienne Monnier, Charles Rado oder Christian Zervos in der Zwischenkriegszeit oder jene von Louis Stettner, Iziz, Ata Kandó oder Ed van der Elsken nach dem Zweiten Weltkrieg in der ‚Capitale‘. Drittens zirkulieren zahlreiche fotografische Reproduktionen der Stadt, ihrer Architektur und ihres sozialen Raums, die alle einen anderen Aspekt der Metropole einzufangen versuchen. Nicht zuletzt prägen tradierte Institutionen wie die Fotoagenturen Roger-Viollet oder Magnum, die Maison Européenne de la Photographie oder das Festival Paris Photo bis heute die Stadt als fotografischen Standort.

Das Nachwuchskolloquium, organisiert von Ulrike Blumenthal, Julia Drost und Astrid Köhler (DFK Paris) sowie Christian Joschke (Université Paris Nanterre) und Helen Westgeest (Universiteit Leiden), gibt den Teilnehmer/-innen die Möglichkeit, Forschungskanons sowie -lücken zu diskutieren und die Bildung von Korpora zu befragen. 16 Nachwuchswissenschaftler/-innen (Promovend/-innen und Masterstudierende, in begründeten Ausnahmefällen auch Postdoktorand/-innen) aus Frankreich, Deutschland, den Beneluxstaaten und anderen Ländern sind eingeladen, sowohl über bekannte Facetten der französischen Hauptstadt als auch über ihre marginalisierten Bilder, Aspekte oder Akteur/-innen in der Geschichte der Fotografie zu reflektieren. Eine Analyse diskursiver Mechanismen der Exklusion und Inklusion innerhalb der Bildgeschichte von Paris stellt nach wie vor ein Desideratum dar. So konstatierte der Schriftsteller Georges Perec in seinem Versuch, einen Platz in Paris zu erfassen (1975) mit Blick auf die möglichen Ansichten der Stadt: „Ein Großteil, wenn nicht die meisten dieser Dinge sind beschrieben, inventarisiert, fotografiert, erzählt oder zahlenmäßig erfasst worden. Meine Absicht […] war es eher, das Übrige zu schildern.“ Wie lässt sich ein solcher noch nicht erfasster Rest finden? Wie ließe sich eine andere Bildgeschichte von Paris und der Fotografie denken und inwiefern geben uns Archive dazu die Möglichkeit oder auch nicht? Welche Mittel stehen hierzu fotografisch wie auch historisch und theoretisch zur Verfügung?

Die Teilnehmer/-innen sollten bevorzugt an einem Thema arbeiten, das entsprechend der inhaltlichen Ausrichtung des Forschungsateliers die enge historische, soziokulturelle und künstlerische Verschränkung von (Grand) Paris mit der Fotografie untersucht oder das Lückenhafte fotografischer Narrative der Stadt und/oder des fotografischen Mediums behandelt. Erwartet werden eine kurze Präsentation des eigenen Forschungsprojektes (15 Minuten) sowie die Teilnahme an der gesamten Veranstaltung. Eine gute Beherrschung der französischen, deutschen und englischen Sprache ist Voraussetzung, um den Diskussionen, Vorträgen und Archivbesuchen folgen zu können. Studierende, Doktorand/-innen und Postdoktorand/-innen, die kein Auslandsstipendium erhalten oder die keine Einkünfte aus einem Arbeitsverhältnis von mehr als 50% beziehen, können dank der Förderung durch die Deutsch-Französische Hochschule einen Zuschuss zu den Reisekosten in Höhe von bis zu 100 € sowie zu den Übernachtungskosten in Höhe von bis zu 300 € beantragen. Der Antrag auf Zuschuss muss mit der Bewerbung und mithilfe eines hierfür vorgesehenen Formulars gestellt werden (https://cloud.dfkg.org/index.php/s/ENy73h4l2iRGfKs). Später können keine Anträge mehr berücksichtigt werden. Die Zahlung erfolgt gegen Vorlage der Originalrechnungen nach der Teilnahme an der Studienreise.

Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben, Projektskizze von 1-2 Seiten, Lebenslauf, ggf. Sprachzeugnisse, ggf. Antrag auf Zuschuss) senden Sie bitte bis zum 24. Februar 2016 an: Astrid Köhler akoehler@dfk-paris.org und Ulrike Blumenthal ublumenthal@dfk-paris.org. Für weiterführende Informationen stehen Ihnen Ulrike Blumenthal und Astrid Köhler zur Verfügung.

 

 

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Grid image Photo: Léon Gimpel, Grand Prix de l’Aéro-Club à l’Esplanade des Invalides [Paris], 26. September 1909. Autochrom, 9x12cm. Collection Société française de photographie (coll. SFP). FRSFP_0806im_A_1014
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