Jahresthema 17/18

Die Kunst des Ancien Régime – Zentren, Akteure, Objekte

Die Kunst des Ancien Régime – Zentren, Akteure, Objekte

Die Kunst des Ancien Régime zeigt sich in einer großen Vielfalt. Mehrere europäische Zentren konkurrierten miteinander. Und auch in Frankreich kristallisierte sich Paris nur allmählich als bedeutendster Standort heraus, ohne dass die anderen Zentren darüber aber ihre Bedeutung völlig verloren. Zwischen den Höfen und Städten herrschte ein reger Austausch, Kunstwerke wanderten ebenso wie Künstler, deren Werke nicht nur an ihrem Wohn- und Wirkungsort anzutreffen sind. Ein Netz von Beziehungen erstreckte sich über das Land und über die Landesgrenzen hinweg. Lange Zeit erfuhr die Kunst in Frankreich wichtige Impulse von seinen Nachbarländern, ausländische, insbesondere aus Italien und den (südlichen) Niederlanden stammende Künstler wirkten prägend, so dass weniger von einer französischen Kunst, als von einer Kunst in Frankreich die Rede sein sollte. Seit dem letzten Drittel des 17. Jahrhunderts strahlte die französische Kunst ihrerseits in andere Länder aus, insbesondere in den deutschsprachigen Raum und nach Russland, auch in andere Kontinente.

Das Jahresthema soll die Kunst in Frankreich vom 16. Jahrhundert bis zur Französischen Revolution in den Blick nehmen, deren Diversität mit der Betonung regionaler Ausprägungen nur unzureichend beschrieben ist. Neben der geographischen Verortung der Kunst und der Einbindung in einen lokalen wie transregionalen Kontext gilt es auch deren soziale und politische Dimension zu berücksichtigen. Das Verhältnis von städtischer und höfischer Kunst muss nicht nur für Paris ausgelotet werden. Konfessionelle Gesichtspunkte spielten über die religiösen Auseinandersetzungen, die in den Religionskriegen gipfelten, und die Gegenreformation auch noch während des aufgeklärten 18. Jahrhunderts eine wichtige Rolle. Die Epoche stellt darüber hinaus zahlreiche weitere methodische Herausforderungen: Die Mobilität von Künstlern, Kunstwerken und künstlerischen und kunsttheoretischen Konzepten erlaubt es nicht, von statischen Modellen auszugehen, daher muss die Unterscheidung von Zentrum und Peripherie einer Prüfung unterzogen werden. Auch gilt es die Beziehungen der unterschiedlichen künstlerischen Gattungen und Medien zu reflektieren, sowie das Verhältnis von high and low, von vermeintlicher Hochkunst, wie sie ab der Mitte des 17. Jahrhunderts insbesondere von der Pariser Kunstakademie für sich in Anspruch genommen wurde, und populärer Bildproduktion.

Das Jahresthema wird geleitet von Thomas Kirchner (Deutsches Forum für Kunstgeschichte Paris) und Sophie Raux (Université Lumière Lyon 2).

Die Stipendiaten und Stipendiatinnen und ihre Forschungsthemen

Matthieu Creson, Doktorand, Université Paris Sorbonne
La nature morte à Paris, Troyes et dans l'est de la France dans la première moitié du XVIIe siècle : une production artistique « centrale  » ou  « périphérique » ?

Pascale Cugy, Dr.,
Les images de mode sous l'Ancien Régime. Questions de réception et de détournements

Sarah Grandin, Doktorandin, Harvard University
To Scale: Manufacturing Grandeur in the Age of Louis XIV

Ulrike Keuper, Dr.
Künstlersammlungen des Grand Siècle und ihre Visualisierungen

Camilla Pietrabissa, Doktorandin, The Courtauld Institute of Art, London
From perspective to place. The landscape tableau in Paris, c. 1680-c. 1750

Caroline Soppelsa, Dr.,
Prisons d'Ancien Régime ? Entre architecture de papier et imaginaire-repoussoir post-révolutionnaire, pour une étude des édifices pénitentiaires construits ou projetés en France dans la seconde moitié du XVIIIe siècle

Maël Tauziède-Espariat, Doktorandin, Université de Bourgogne-Franche-Comté
Être artiste en dehors de l'Académie royale de peinture et de sculpture dans le Paris des Lumières (1751-1791)

Sarah Ubassy-Catala, Doktorandin, Université Lumière, Lyon 2
Repenser Hubert Robert : perspectives sur un artiste entrepreneur et les cercles de physiocratie franco-russe

Hadrien Volle, Doktorand, Université Paris I, Panthéon-Sorbonne
Les «  dedans » du théâtre : pour une étude des espaces publics des salles de spectacle en France au XVIIIe siècle

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