Kooperationen

Le Splendide XIXe siècle des Surréalistes

Julia Drost und Scarlett Reliquett (Hg.)

Sprache der Publikation: Französisch

In seinem Artikel »Das Wunderbare gegen das Geheimnisvolle« (»Le merveilleux contre le mystère«) schrieb André Breton: »Prachtvolles 19. Jh., vor dem man für einen ebenso bemerkenswerten Himmel bis ins 14. Jh. zurückspringen muss«. Auf diese poetische Art und Weise drückt er zugleich seine Verbindung zur »Zivilisation« des 19. Jh. aus, wie auch sein Bedürfnis nach einer Veränderung und Emanzipation dieses Zeitalters. Die jungen Mitglieder der Surrealismus-Bewegung, die bei deren Gründung zwischen 20 und 30 Jahre alt waren, wuchsen in dieser politischen, literarischen und visuellen Kultur auf, die einen idealen Nährboden bildete. Sie mussten nur noch ihre Kriegsmaschinerie gegen die Logik, den Anstand und die Moral anwerfen und die Kunst befreien! Die brodelnde wirtschaftliche, politische und soziale Situation im Europa des 19. Jh., nationale Aufstände, das Aufkommen des Industriezeitalters und des Gewerkschaftswesens, das der Sozialismus und der medizinische Fortschritt hervorbrachte, überzeugte die Surrealisten. Sie predigten den Aufstand, zwischen Aufstachelung zur Gewalt und Imagination. Schriftsteller und Künstler wie Louis Aragon, André Breton, Robert Desnos, Marcel Duchamp, Paul Eluard, Max Ernst, Dora Maar und Philippe Soupault – sie alle waren zu einem Zeitpunkt in dieser Entwicklung Sprachrohr dieses verzerrten 19. Jahrhunderts.

Dijon
2014
ISBN 978-2-84066-641-7
26,00 €