Joanna Olchawa

Dr. Joanna Olchawa

Vita

Dr. Joanna Olchawa studierte Kunstgeschichte, Religionswissenschaft, Klassische Archäologie und Klassische Literaturwissenschaft in Köln und Berlin. Sie promovierte zu toreutischen Aquamanilien zwischen dem 7. und 13. Jahrhundert (publiziert unter dem Titel: Aquamanilien. Genese, Verbreitung und Bedeutung in islamischen und christlichen Zeremonien, Regensburg 2019). Die Arbeit wurde mit dem Forschungspreis „Angewandte Kunst 2014“ des Zentralinstituts für Kunstgeschichte München und dem „Ernst-Reuter-Preis für herausragende Dissertationen 2015“ der Freien Universität Berlin ausgezeichnet. Nach mehreren Forschungsaufenthalten u.a. in Sibirien, Moskau und Warschau sowie Tätigkeiten als Postdoc an der Universität Osnabrück und der Ludwig-Maximilians-Universität München ist sie seit 2018 Wissenschaftliche Assistentin am Kunstgeschichtlichen Institut der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Momentan forscht sie zu klanglichen und audiovisuellen Dimensionen der Kunst des Mittelalters. 
 

 

Am DFK Paris forscht sie im September 2021 ausgestattet mit einer Gerald D. Feldman-Reisebeihilfe vergeben durch die Max-Weber-Stiftung.

Forschungsschwerpunkt

Sound Art History. Europäische Prachtkanzeln um 1500

 


In der als „Vorabend der Reformation“ beschriebenen Zeit entsteht überall in Europa eine neue Art von Kanzeln. Die Werke zeichnen sich gegenüber ihren Vorgängern durch monumentalere Ausmaße, neue Bestandteile wie Schalldeckel sowie komplexere Bildprogramme aus. Die Innovationen stehen teilweise mit theologischen und kirchengeschichtlichen Veränderungen im Zusammenhang: Die Predigt gewinnt im späten 15. Jahrhundert an Bedeutung und die Prädikatur, das von Laien gestiftete Amt der Prediger, erreicht ihren Höhepunkt an Verbreitung. Vor allem aber lassen sich an den Kanzeln als Schnittstelle zwischen sprechendem Prediger und hörendem Publikum gestaltungs- und rezeptionsästhetische Bestrebungen beobachten, die Wirkmacht der gesprochenen Worte visuell zu akzentuieren, himmlische Klänge zu evozieren oder zeichenhaft zum Hören aufzufordern. In dem Projekt werden anhand von 255 erstmals erfassten Kanzeln aus West- und Ostmitteleuropa diese Inszenierungs- und Medialisierungsstrategien kunsthistorisch, kulturanthropologisch und kommunikationstheoretisch untersucht. Dieser Zugang berücksichtigt auch performative oder kinästhetische Prozesse sowie das dynamische Spannungsverhältnis zwischen Akteur und Publikum, ‚Bühne‘ und Raum. Während des Aufenthaltes am DFK liegt der besondere Fokus auf den französischen Werken.

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